Schon in den ersten Minuten der Verfilmung von „50 Shades of Grey – gefährliche Liebe“ wird klar: Auch diesmal spielt die Musik eine wichtige Rolle. Bereits vor der lang ersehnten Kinopremiere machte so mancher Songs Schlagzeilen. Doch nicht nur wegen Taylor Swift und Zayn Malik oder Norman Dück lohnt sich der Original Motion Picture Soundtrack. Wir haben mal hineingehört – so klingt der Sampler zum zweiten Film unserer Lieblingstrilogie.

Soundtrack: Zwischen Sex-Appeal, Sehnsucht und Bedauern

Der Eröffnungssong des Albums läuft im Radio bereits wochenlang hoch und runter und so mancher bekommt die Hymne des zweiten Films (hier eine ausführliche Analyse) nicht mehr aus dem Kopf. Doch 18 weitere Titel warten bei diesem Original Motion Picture Soundtrack auf den Hörer. Weiter geht es mit Halseys „Not afraid anymore“ (deutsch: „nicht mehr ängstlich“) – das Credo zur Beziehung zwischen Anastasia und Christian? Ruhig und düster, aber dennoch kräftig fordert die US-amerikanische Elektrosängerin: „Berühre mich, wie noch nie. Drück mich, wie noch nie.“ Ab hier ist klar: Im Gegensatz zum ersten Soundtrack geht es auf dieser musikalischen Reise wie auch bei den Filmen weniger um Sex als vielmehr um Gefühl. Sehnsüchte, Trauer und innere Zerrissenheit sind groß auf diesem Album.

Denn ähnliche Dunkelheit bringt auch Tove Los „Lies in the Dark“, während Sia mit „Helium“ mit ihrer flehenden Traurigkeit tief berührt und jeden an seinen herzzerreißenden ersten Liebeskummer erinnert. Corinne Bailey Raes Coldplay-Cover „The Scientist“ bringt für Kenner des Films sofort die ersten Szenen wieder vor das innere Auge – eine Ana, wie sie nicht trauriger sein könnte. So mancher Kritiker fragt sich, warum hier ein Cover und nicht das Original verwendet wurden? Nun ja: die weibliche Stimme passt deutlich besser als Chris Martin, finden zumindest wir. Die Ballade von Frances „What ist love“ stellt nicht nur die wichtigste Frage des Filmes ebenfalls in einem Cover des Hits von Haddaway, sondern spiegelt auch zahlreiche verzweifelte Momente von Buch und Film wider. Das Thema ist aktuell, das Original aus den Neunzigern wäre musikalisch ein Fehlgriff gewesen – so finden wir dieses Cover wunderbar.

Romantik bietet John Legend mit „One Woman Men“ auf dem Sampler und die Zusammenarbeit zwischen Nick Jonas und Nicki Minaj zu „Bom Bidi Bom“ bringt Sexappeal auf den Ohren. Gerade bei diesem Stück hört man die Verbindung zum Soundtrack des ersten Teils. Ein schönes Gegengewicht zu zahlreichen Synth-Beats auf dem Album ist auch Jospeh Angels „They can’t take that away from me“. Der Song bringt mit Klarinette und Jazz-Rhythmen Stil und Klassik des alten Amerikas hervor – das Original stammt von Frank Sinatra.

Begeisterung und Charterstürmungen

Kein Wunder, dass der Soundtrack aktuell alle Charts stürmt: Bei Amazon ist er längst auf Platz 1 bei den heruntergeladenen Soundtracks vor „Lalaland“. In 60 Ländern wanderte das Album auf Platz 1 der iTune-Charts, natürlich auch in Deutschland. Die vorher ausgekoppelte Single „I don’t wanna live forever“ hält sich bereits seit neun Wochen in den Charts – aktuell auf Platz 2 der deutschen Singlecharts.
Die ersten Stimmen der Fans zeigen sich begeistert, auch wenn so einige die Versionen von Beyoncé und Miguel von „Crazy in Love“ vermissen. Doch dazu gibt es bei manchen Angeboten die Single des Trailers „Crazy in Love“ von Norman Dück als Bonus. Auch Ed Sheerans „I’m in love with your body“, Justin Biebers „You“ oder Rita Oras „Kiss me“ sind nicht auf dem Original Motion Soundtrack zu finden – hier muss der Fan zu den einzelnen Singles greifen. Stattdessen endet das Album mit zwei Instrumentalstücken, die Aussicht auf den Score des Filmes geben.

Der Score: Danny Elfman begeistert ab 17. Februar

Zum Film gehört jedoch nicht nur der Soundtrack, auf dem die Songs von verschiedenen Künstlern aus der Verfilmung enthalten sind – auch der sogenannte Score wird regelmäßig veröffentlicht. Auf diesem Sampler stecken die instrumentalen und zumeist orchestralen Songs, die auf der Kinoleinwand die Bilder untermalen. Er stammt erneut aus der Feder von Danny Elfman – einer der größten Komponisten für Filmmusik in Hollywood. Von ihm wurden unter anderem auch die musikalischen Begleitungen zu „Batman“, „Dark Shadows“, „Mission Impossible“ und „Man in Black“ II und III komponiert. Das Erscheinungsdatum ist auf den 17. Februar festgelegt.

Doch wir haben natürlich auch schon mal in den Score mit seinen 21 Songs hineingehört. Mit „Nightmare“ beginnt auch dieses Album düsterer als im ersten Film. „Christian“ drückt die Sehnsucht der Geschichte aus und „1st Sex“ ist längst nicht so heiß, wie der Titel vermuten lässt.
Spannung lässt „Vandalize“ aufkommen und „L Word“ bringt ein wenig Romantik. Allgemein ist der Score von vielen Streicherklängen durchzogen, die oft leicht und fast hintergründig von Klavieranschlägen unterstützt werden. Ein ruhiger Score, der Fans von Filmmusik in manchen Punkten zu seicht sein könnte. Wiederum toll für Liebhaber ist jedoch die Titelauswahl: Wer die Geschichte kennt, erkennt anhand der Namen der Stücke ihre Stelle in der Verfilmung.

Fazit: Musik, die Bilder tanzen lässt

Wer nicht genug von Anastasia und Christian bekommen kann, aber nicht mehrfach ins Kino kommt, der sollte sich mit der Musik behelfen. Denn Soundtrack und Score sind mehr als nur ein Trost und lassen schon morgens beim Frühstück, beim Joggen, im Auto oder der U-Bahn Freude aufkommen. Denn die Sampler sind so ausdrucksstark, dass die Bilder des Filmes direkt wieder vor dem inneren Auge tanzen und so manches Lächeln auf das Gesicht zaubern: poppiger mit dem Soundtrack, ruhiger mit dem Score – je nach Belieben. Unsere Empfehlung: absolut hörenswert und ein Muss für jeden Fan.

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