Christian Grey




Alles über den Mann mit den vielen Facetten!

Der Weg zu dem „megawichtigen Industriemagnaten“ und „mysteriösen CEO“ (= Chief Executive Officer, Geschäftsführer auf amerikanisch) von Grey Enterprises Holdings ist gesäumt von Luxus, Eleganz und Makellosigkeit. Ausgesprochen attraktive, gepflegte, junge, todschick und makellos gekleidete Blondinen sowie Sicherheitsleute, die in gut geschnittenen, schicken Anzüge stecken, weisen den Weg in sein Büro.

Mr. Grey will see you now

Christian Grey ist Unternehmer, Milliardär und Gönner. Ihm gehört ein weltweit operierendes Unternehmen. Er ist absolut potent – in jeder Hinsicht. Die Zentrale seines Unternehmens GREY HOUSE liegt ganz oben in einem zwanzigstöckigen „architektonisch ultimativstem“ Bürogebäude. An Mr. Grey ist alles riesig, beeindruckend, atemberaubend und „Wow!“ – um mit Ana Steeles Worten zu sprechen – sein gesamter Lifestyle (Architektur, Einrichtung, Aussicht, Kleidung, Autos, Speisen und Wein). „Sein Büro ist viel zu groß für einen einzelnen Menschen“ (Bd. 1, S. 13). Sein Geschmack ist modern und steril, er ziert seine Räumlichkeiten gerne mit moderner Kunst. Mr. Grey pflegt „äußerst teure Hobbys“ wie Segeln, Fliegen und „diverse körperliche Vergnügungen“ (Bd. 1, S. 16).

Mr. Greys Zeit ist kostbar, es ist „irrsinnig schwierig“, einen Termin bei ihm zu bekommen. Ana Steele weiß gar nichts über ihn, als sie ihn in Vertretung für ihre kranke Freundin zum Interview für die Studentenzeitung trifft. „Was hat es nur mit diesen makellosen Blondinen auf sich? Ich komme mir vor wie bei den Stepford Wives in dem Roman von Ira Lewin… Vielleicht besteht Mr. Grey darauf, dass alle seine Angestellten blond sind“ (Bd. 1, S. 12).

Der erste Eindruck, den die Leserin gemeinsam mit Ana von Christian Grey gewinnt, sind Sanftheit, Jugend und Freundlichkeit: „Ich… spüre sanfte Hände, die mir aufhelfen… Wow, ist der Mann jung!“ (S. 12). Zur Begrüßung streckt er ihr „seine langfingrige Hand hin“. „Ich bin Christian Grey.“ Dabei denkt die Einundzwanzigjährige: „Wenn dieser Mann über dreißig ist, fresse ich einen Besen“ (Bd. 1, S. 12). Sie schätzt ihn auf 27 Jahre.

Grey gibt sich besorgt, als die Studentin hinfällt und ist ganz Kavalier mit formvollendeten Manieren. Er ist „attraktiv, sehr attraktiv. Er ist groß, trägt einen eleganten grauen Anzug, ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte und hat widerspenstiges, kupferfarbenes Haar und wahnsinnig graue Augen, mit denen er mich mustert“ (Bd. 1, S. 12). Er ist ein „leibhaftiger Adonis“ mit anmutigen Bewegungen, der unwiderstehliche Sinnlichkeit ausstrahlt: „Sein langer Zeigefinger zeichnet seine Lippen nach“ – eine typische Geste (Bd. 1, S. 14). Er ist „unverschämt gutaussehend“ und kann Frauen (wie Ana) mit seinem „durchdringenden Blick“ aus der Fassung bringen. „Es verschlägt mir den Atem. Er ist wirklich unverschämt attraktiv. So gut darf kein Mensch aussehen“ (Bd. 1, S. 16).

Der Mann strahlt Gelassenheit aus, „wirkt halbwegs interessiert“, „vor allen Dingen… höflich… Ein Lächeln spielt um seine Mundwinkel“ (Bd. 1, S. 13). Er gibt sich überlegen, zeigt sich belustigt und spöttisch. Schon beim ersten Auftritt Christian Greys sind die verschiedenen, wechselhaften Facetten seines Charakters spürbar. Seine Stimmungen und seine Art können unvermittelt umschlagen. Er kann lustig, humorvoll und sanft sein, dann wiederum ernst und streng. Er trägt unberechenbare, überraschende und rätselhafte Charakterzüge. Genau das macht den Reiz dieses Mannes aus. Die Unberechenbarkeit, der Wechsel von Härte und Sanftheit üben über alle drei Bände hinweg eine Faszination der Figur Christian Grey aus.

Grey bezeichnet sich selbst als guter Menschenkenner. Er arbeitet hart und verlangt von anderen, z. B. seinen Mitarbeitern, viel. Sein Auftreten ist sehr selbstbewusst bis arrogant, und er besitzt gerne Macht und Kontrolle. Er ist ein „Kontrollfreak“ – Zitat Ana (S. 15). „Ich übe in der Tat in allen Bereichen des Lebens Kontrolle aus, Miss Steele“, bestätigt er ohne einen Funken von Humor in seiner Stimme und starrt mich an“ (S. 15). „Außerdem erwirbt man sich große Macht, indem man seinen Traum von Kontrolle lebt.“ fährt er mit sanfter Stimme fort“ (Bd. 1, S. 16). Sein Blick macht Ana nervös, „in seinen Augen schimmert etwas Dunkles“ (Bd. 1, S. 16). In seiner Gegenwart fühlt sie sich unsicher.

Christian Plakat

Schon bald zeigt sich, dass Christian Greys sexuelle Neigungen und Vorlieben Dominanz und Unterwerfung sind (BDSM = Bondage & Discipline, Sadism & Masochism). Verborgen vor der Außenwelt führt er ein heimliches Leben als „Dom“ und legt sich Frauen als „Subs“ (Liebessklavinnen) zu, die sich ihm freiwillig unterwerfen und die er vertraglich an sich bindet. In seinem „Spielzimmer“ treibt er mit seiner jeweiligen „Sub“ das sexuelle Spiel von Dominanz und Unterwerfung, von Bestrafung mit Zufügen von Lustschmerzen und Fesselungsspielen.

Das Interview liefert die erste Charakterisierung Christian Greys. Es zeigt seine äußere Fassade, die später – durch die Begegnung und Liebe zu Ana – zu bröckeln beginnt. Im Verlauf der drei Bände, kommen weitere verletzliche Seiten seines Charakters zum Vorschein. Der großartige Christian Grey entpuppt sich als psychisch angeschlager – nahezu psychisch kranker – und therapiebedürftiger Mensch mit einer traumatischen Kindheit. Er wird von Albträumen gequält und erträgt keine Berührungen am Oberkörper.

Christian Grey Oberkörper

Als Kleinkind wurde Christian von seiner drogenabhängigen Mutter vernachlässigt und von Ihrem Zuhälter mit Schlägen und Zigarettenglut misshandelt. Nach dem Selbstmord seiner Mutter verbrachte der Dreijährige vier Tage neben der Leiche, bis man ihn fand. Er kam in eine Pflegefamilie und wurde schließlich von einem wohlhabenden Paar adoptiert. Als Jugendlicher wurde er sehr aggressiv und machte Probleme in der Schule, mit Prügeleien und Alkohol, bis er im Alter von fünfzehn Jahren von einer Freundin seiner Adoptivmutter verführt und in BDSM-Spielarten eingeführt wurde. Äußerlich geriet er wieder auf den rechten Weg und wurde der erfolgreiche Unternehmer.

Die Begegnung mit Ana und die Liebe zu ihr setzten eine Veränderung in Gang. Zum ersten Mal sind bei Christian Gefühle im Spiel. Die Geliebte widersetzt sich und lässt sich nicht wie ihre Vorgängerinnen vertraglich als „Sub“ unterwerfen. Der „Dom“ verliebt sich zum ersten Mal in seinem Leben und muss lernen, wie man eine Beziehung mit einer Frau führt, um die Geliebte nicht zu verlieren. Durch Ana vollzieht sich bei ihm im Laufe der drei Bände eine Wandlung. Er gesteht ihr seine Liebe, enthüllt ihr seine dunklen Geheimnisse. „Wieso lässt du dich nicht gern anfassen?“, frage ich.“Weil ich komplett abgefuckt bin, Anastasia. Und zwar in fünfzig verschiedenen Facetten“ (Bd. 1, S. 306). Er macht ihr einen Antrag (Bd. 2), heiratet sie und findet schließlich sein Glück als zweifacher Familienvater und „Gelegenheitsdom“ seiner Gattin (Bd. 3).

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