Das Warten scheint ein Ende zu haben. James Foley soll den Regiestuhl zu den Dreharbeiten von „Fifty Schades of Darker“ besetzten. Die „Variety“ meldet, dass dem 61-Jährigen ein offizielles Angebot gemacht worden ist. Die Gala schrieb schon Ende August, dass die Wahl auf ihn gefallen sei. Grund genug, um den Regisseur mal genauer anzuschauen!

Bisheriger Werdegang: Vom Psychologen zum Film

James Foley stammt aus New York. Eigentlich wollte er Psychologe werden, studierte an der Universität von Buffalo Psychologie sowie „Pre-Medical“ und arbeitete danach auch in der Psychiatrie. Doch seine Leidenschaft zur Inszenierung brachte ihn schließlich auch auf die Filmschule der Universität von Kalifornien. Seinen ersten größeren Film realisierte Foley schließlich 1984 mit dem Film „Reckless“ („Rücksichtlos“), ein Teenager-Drama. Dem folgte bereits im zweiten Anlauf eine Starbesetzung. Foley führte Sean Penn und Christopher Walken in dem Film „Auf kurze Distanz“, während dessen Dreharbeiten er auch Madonna von sich überzeugen konnte. Den Filmen folgte die Realisierung von ihren Musikvideos zu „Live to tell“, „True Blue“ und „Papa don’t preach“ sowie die Filmkomödie „Who’s that girl?“.

Ersten Eindruck bei Kritikern konnte Foley mit der Romanverfilmung von „After Dark, my Sweet“ erlangen. Weitere Filme folgten: „Glengarry Glen Ross“ mit Al Pacino, „Die Kammer“ mit Gene Hackmann „Fear – wenn Liebe Angst macht“ mit Mark Wahlberg und Reese Witherspoon sowie „Verführung einer Fremden“ mit Hale Berry und Bruce Willis. Aber nicht nur für die Kinoleinwand ist Foley tätig. Das Fernsehen hat er ebenfalls für sich entdeckt. So inszenierte er Folgen für „Hannibal“, „Wayward Pines“ und „House of Cards“. Letztere ist übrigens eine der spannendsten Serien überhaupt – unbedingt ansehen!

Foleys Handschrift: So erzählt er Filme

Foley ist bekannt für seine stilvolle Inszenierung und elegante Bilder. In „Reckless“ beispielsweise inszenierte er eine dramatische Kamerafahrt im Kreis um ein Liebespaar, die besonders bei Kritikern auf positive Resonanz stieß. Aber auch eine Vorliebe zu bildlichen Metaphern, die nicht immer originell sind, zeichnet den 61-Jährigen aus. Diese sind gehäuft in „Verführung einer Fremden“ zu sehen. Ein bildfüllendes Auge in Detailaufnahme symbolisiert hier den Voyeurismus zu Beginn des Filmes. Allgemein scheint Foley von Kritiker jedoch nicht zu den originellen Filmemachern gezählt zu werden. Der 61-Jährige erfindet das Rad auf der Leinwand nicht neu, nutzt bereits etablierte Elemente, bekannte Optiken, erzählt stringent und konventionell. Doch er kann auch komplex inszenieren. Folie weiß zu konstruieren, wie er in der Komödie „Confident“ bewies – hier verstrickt er ein Gaunerkomplott in spannender und überraschender Weise. Doch seine bedeutendste Stärke ist wohl die Charakterorientiertheit. Foley versteht es, in vielen Filmen die (zu dem Zeitpunkt manchmal noch unbekannten Schauspieler) zu Höchstleistungen zu bringen. Foley will Tiefe in seinen Charakteren vor der Kamera. Geht es ihm darum, wie beispielsweise in „Die Kammer“ nach der Romanvorlage von John Grisham, unterstreicht das seine oft schlicht gewählte Bildsprache.

Foleys Besetzung: Auswirkungen auf den 2. Teil

Der Streit zwischen Sam Taylor-Johnson und E. L. James während der ersten Dreharbeiten ist inzwischen Schnee von gestern. Doch durch diese Episode wird der Regiestuhl zu „Fifty Shades of Darker“ sicher nicht sehr bequem sein. Die Erwartungen sind hoch an den neuen Regisseur. Foleys Besetzung könnte einige Auswirkungen auf die Umsetzung der Romanverfilmung bedeuten. Zum einen kennt er sich mit Romanverfilmungen aus, wie „Die Kammer“ (John Grisham) zeigt – bei „After Dark, My Sweet“ schrieb er sogar selbst das Drehbuch passend zum Roman. Aber auch Thrillererfahrungen bringt Foley mit – „50 Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ soll laut Aussagen von Produzentenseite ja deutlich mehr Elemente des Thrillers haben und spannender werden. Auch hier kann Foley mit der Erfahrung von „Verführung einer Fremden“ punkten. Sein Hang zu eleganten Bildern und bildlichen Metaphern könnte die Geschichte zwischen Christian Grey (Jamie Dornan) und Anastasia Steele (Dakota Johnson) besonders edel und ästhetisch machen.

Aber was ist mit dem Autorenwunsch von E.L. James über mehr Sex im zweiten Teil? Nun, auch damit Foley bereits Erfahrungen – in „Verführung einer Fremden“. Hier spielt Cybersex eine zentrale Rolle des Filmes, auch wenn es sich nur auf Großaufnahmen von Gesicht und Ausschnitt der Hauptdarstellerin Hale Berry bezieht. Fremd ist ihm das Thema also auch nicht.
Wie die Verfilmung letztendlich aussehen wird, kann uns wohl erst die Leinwand zeigen. „50 Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ soll am 9. Februar 2017 in die deutschen Kinos kommen.

Ist James Foley eine gute Wahl für die Regie?

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