Achtung Spoiler!

Da ist er nun, der erste Shades of Grey Film. So lange haben wir gewartet. Und hat es sich gelohnt? Die kurze Antwort: Ja.

Wir haben nun alle den Film gesehen und nach ersten wilden Diskussionen bleiben die Gemüter erhitzt und die Meinungen geteilt. Was können wir euch sagen? Wir hatten einen riesigen Spaß mit und beim Film, haben gelacht, mitgefiebert, waren gerührt und aufgewühlt. Und ganz klar – als es vorbei war, wollten wir mehr. Hier vorerst die ultra-Kurzfassung unserer Einschätzung. Bald wird es ausführlicher.

Ist Fifty Shades of Grey ein guter Film? Ja. Ist der Film überragend? Tja, da haben wir den Salat. Die einen sagen ganz klar „ja“, die anderen „nein, der letzte Funke fehlt leider“. Hier in aller Kürze unsere Gründe.

Der Film wird dem Buch gerecht

Der Film wird dem ersten Buch absolut gerecht. Die Story ist sehr nah am Original gehalten, die Charaktere kommen gut rüber und alle Sorgen um die falsche Besetzung, fehlende Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern usw. ist unbegründet. Jamie ist ab sofort Christian Grey. Er ist heiß, dominant und teilweise düster. Dakota ist super sympathisch (dieses lustige Lachen) und absolut athentisch als Ana.

Der Stoff eignet sich perfekt als Film

Die Geschichte ist wie für einen Hollywood Film gemacht. Sie hat einfach alles, was einen guten Film ausmacht: Liebe, Drama, Spannung, Sex und eine Prise Humor. Dieses Potential wird vollstens ausgeschöpft und handwerklich ist der Film richtig gut umgesetzt.

Das Thema Sex

Sex spielt eine zentrale Rolle in Shades of Grey und das zeigt sich auch im Film. Das Thema schwingt immer mit und es gibt einige Sexszenen in unterschiedlichen Spielarten. Doch hier kann die Kritik ansetzen…

Die Bücher sind bekannt für die wirklich expliziten Beschreibungen, die uns wohl alle das ein oder andere Mal etwas aus der Fassung gebracht haben, im positivsten Sinne versteht sich. Das gelingt dem Film nicht unbedingt. Verglichen mit dem Buch, sind die Sexszenen im Film nur kurz angedeutet und reizen lange nicht die Möglichkeiten aus, die sich geboten hätten.

Doch langsam, hatte der Film tatsächlich die Möglichkeit den Sex so explizit zu machen? Natürlich nicht in dem Maße wie im Buch. Das ist klar. Keiner hat einen Porno erwartet und kein richtiger Fan hätte sich ernsthaft einen gewünscht. Doch es wäre mehr drin gewesen. Man hätte sich für manche Szenen mehr Zeit nehmen können, sie einfach ausführlicher machen und dadurch leidenschaftlicher und erotischer werden lassen. Einige spannende Szenen sind komplett weglassen worden. Das ist schade und hier kann man der Meinung sein, der Film wird an dieser Stelle dem Buch nicht gerecht.

Muss man aber nicht. Sieht man den Film als eigenständiges Kunstwerk und damit als frei an, kann man, je nach Anspruch an die Explizität der Bilder, den Film als die perfekte visuelle Darstellung des Stoffs anerkennen. Hier scheiden sich also die Geister.

Was denkst du?

Dies erstmal in aller Kürze. Auf Details der filmerischen Umsetzung, der schauspielerischen Leistungen, Filmmusik und mehr gehen wir noch ein. Macht euch erstmal selbst ein Bild und sagt uns eure Meinungen. Wir sind super gespannt, wie ihr über den Film denkt!

Wie viele Sterne gibst du dem Film? (1 = mies; 5 = großartig)

Ergebnis

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Meinung von Vicky Vanilla

Nach dem Film ist vor dem Film

Alle, die sich die Vorfreude auf FIFTY SHADES OF GREY nicht mit einem Spoiler verderben lassen wollen – bitte nicht weiterlesen. Denn es lässt sich kaum vermeiden, ein paar Geheimnisse auszuplaudern über den angeblich heißesten Film des Jahres. Ich hab ihn mir angeschaut. Heute morgen um 10 Uhr – eigentlich weiß Gott keine Zeit für ein Movie wie dieses 😉

Heiß? Hmm, so richtig weiß ich nicht, ob ich das als heiß bezeichnen soll. Sagen wir mal so – es knistert hin und wieder mal ganz ordentlich zwischen Christian und Ana. Der Überraschungseffekt, die Stellen, wo man in anderen Streifen hofft und bangt, sie mögen sich doch endlich und so weiter, ja, dieser Überraschungseffekt ist definitiv dadurch geschmälert, dass wir alle das Buch kennen. Und schon jede Menge Trailer und sogar ein paar halbe Szenen zu sehen bekommen haben.

Angeblich soll SHADES OF GREY ja einen Rekord brechen, weil es ganze zwanzig Minuten sind, in denen (knallharter) Sex die tragende Rolle spielt. Gefühlt gibt es in jedem Fall ausreichend davon. Und knallhart? Also ehrlich gesagt, nötigt mir der Film Respekt für die Schauspieler ab. Und dass sich Jamie vor so mancher Szene bei Dakota prophylaktisch dafür entschuldigt hat, dass er sie im nächsten Moment hart rannehmen müsse, kann ich nun nachvollziehen. Dakota musste schon einiges ertragen. Aber wäre es sonst ein BDSM-Streifen? Gibt es eigentlich noch Körperdouble? Wenn ja, dann merkt man hier nichts davon.

Die Tatsache, dass wir im Vorfeld so viel über das Zusammenspiel von Dornan und Johnson erfahren haben, über ihr Privatleben, ihre nicht vorhandenen Vorlieben für BDSM und sie im Grunde rein visuell betrachtet schon in- und auswendig kennen, bringt den Zuschauer erstaunlich nah an die beiden ran. Und man nimmt ganz anders wahr, wie sie miteinander spielen, als in anderen Filmen, die im Vorfeld keine derartige Beachtung erfahren. Man denkt tatsächlich darüber nach, wie das wohl für die Darsteller sein muss, eine Szene zu drehen, in der einer dem anderen den Po versohlt. Schon sehr intim, finde ich.

Also, wie ihr seht, es ist keinesfalls langweilig, sich FIFTY SHADES OF GREY anzuschauen, auch wenn streckenweise vorhersehbar. Im Gegenteil. Es ist regelrecht spannend zu beobachten, wie aus einem Roman Stück für Stück ein Film wird. Wie sich das Kopfkino, das wir bisher benötigten, Step by Step in echte Bilder umsetzt. Die Tatsache, dass wir das Buch kennen, wirkt sich in gewisser Weise sogar positiv aus. Anas erstaunt naive Kommentare beispielsweise, die im Baumarkt oder vor dem Spielzimmer, provozieren tatsächlich ein paar Lacher. Und natürlich gibt es die Stellen, die im Buch normal wirken, im Film aber irgendwie komisch rüberkommen. Beispielsweise als er ihr erklärt, er würde mit niemandem schlafen, sondern ficken, hart. Wirkt irgendwie … naja. Sex muss ja nicht ausschließlich eine ernste Angelegenheit sein.

Insgesamt betrachtet ist FIFTY SHADES OF GREY ein gelungener Film, mit schönen Bildern, toller Musik und nah an der Buchvorlage. Keine der wirklich wichtigen Szenen aus Teil 1 fehlt. Und der Voyeur in uns wird zur Genüge bedient. Obwohl – wer kann schon genug haben von dieser Geschichte? Genau. Deshalb ist ja auch nach dem Film vor dem Film. Die Schlussszene macht uns schmerzhaft bewusst, dass wir jetzt wieder in Warteposition gehen müssen. Hoffentlich nicht zu lange wünscht sich Eure Vicky Vanilla